Eine der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus war es, dass viele Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten. Vielen Arbeitnehmern kam dies auch sehr entgegen, da auch Kitas und Schulen geschlossen sind und die Kinder eine Betreuung zu Hause benötigen. Ungeahnte Folgen hat das Coronavirus damit auf die Internetgeschwindigkeit. Der Datenverkehr hat deutlich zugenommen. Statt dem Meeting in der Firma mit den Kollegen gibt es nun mehrfach Videokonferenzen. Und nach der Arbeit werden Onlinespiele gezockt und Videos gestreamt. Denn auch Restaurants und Bars sind geschlossen. Es besteht somit keine Möglichkeit auszugehen. Der vermehrte Datenstrom ist messbar. So zum Beispiel am Internetknoten DE-CIX in Frankfurt am Main. Dort registriert man einen Anstieg von ca. zehn Prozent.

Reduzierte Bitraten bei Streamingdiensten

Die Coronakrise erfordert von vielen Unternehmen neue Wege zu gehen. Während Restaurants auf Lieferdienst umstellen, reduziert der Streamingriese Netflix seine Datenmenge. Hintergrund dieser Maßnahme ist es, dass dies zu einer Entlastung der Netze führen soll. Und zwar ohne Qualität zu verzichten. In die Wege geleitet wurde diese Maßnahme von Netflix bereits am 20. März 2020. Diese Maßnahme soll 30 Tage lang gelten. Die Nutzer wurden zudem im Vorfeld bereits durch den EU-Kommissar Thierry Breton aufgefordert lieber SD- statt HD-Videos zu streamen und somit auf Bildqualität zu verzichten. Es war letztlich ein direktes Gespräch des EU-Kommissars Breton mit dem Netflix-Chef Reed Hastings, das die Drosselung der Netflix-Bitrate für zunächst 30 Tage in die Wege leitete. Auf diese Weise sollen überlastete Netze verhindert werden.

Heimkino

Telekom meldet keine Probleme

Dank der schnellen Reaktion von Netflix und später auch von anderen Streamingdiensten können die Menschen in Deutschland am Abend weiterhin schöne Fernsehabende mit der Familie erleben oder ganze Serienstaffeln über den Tag verteilt anschauen. Und zwar, ohne dass dies Auswirkungen hat auf die sonstigen Datenströme, die durch vermehrte Nutzung der Arbeitnehmer im Homeoffice benötigt werden. Auch die Telekom gab bekannt, dass ihr Netz nach wie vor stabil laufen würde. Allerdings könnten WLAN-Einstellungen zu Problemen führen. So kann es sein, wenn zu viele Nachbarn mittels WLAN gleichzeitig online gehen, können die Router-Frequenzen überlasten. Dann hilft WLAN ausschalten und wieder neu starten. Bei diesem Vorgang bucht sich der Router neu ein. Auch für eine bessere Qualität der Internetverbindung allgemein gibt es Tipps für alle, die in der Coronakrise zu Haus arbeiten. Helfen kann hier zum Beispiel, dass der Stellplatz des Routers optimiert wird. Im Idealfall hängt der Router an der Wand oder er steht auf einem Schrank.

Bundesnetzagentur begrüßt Schritt der Streamingdienste

Keine Überlastung der Netze? War die Reaktion von Netflix und anderen Streamingdiensten wie YouTube übereilig? Oder war es durchaus ein sinnvoller Schritt die Bitrate zu drosseln? Einige Nutzer waren schon besorgt, als sie von diesem Schritt der Streamingdienste hörten. Bemerkt haben die Verbraucher bisher beim Streamen von Filmen und Serien keinen Qualitätsverlust. Rückendeckung bekamen Netflix und Co. nun von der Bundesnetzagentur. Nach deren Worten habe die Reduzierung des Datenvolumens der Streaminganbieter dazu beigetragen, dass es erst gar nicht zu einer Netzüberlastung kommt. Nicht das wie in der Schweiz zu Beginn der Coronakrise zunächst gedroht wurde, Streamingdienste womöglich ganz abzuschalten. Das wäre in Zeiten von Corona, Kontaktsperre und teils Ausgangssperre ein herber Verlust.

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