Ein wichtiges Kriterium für den Erfolg einer Website ist die Geschwindigkeit in der sie sich aufbaut. Man sollte meinen, dass in Zeiten von schnellem DSL die Website Leistung nicht mehr so wichtig ist. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Ladezeit ist besonders wichtig. Webseiten werden heutzutage oft überfrachtet mit Bildern und Effekten. Und dann wundern sich die Webmaster, dass die Besucher ausbleiben. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Website den Besuchern nicht gefällt, sondern daran, dass die Ladezeit so hoch ist.
Häufige Fehler
Ein Webmaster ist in der Regel ein Technik afiner Mensch, und hat meistens einen schnellen DSL-Zugang in der Arbeit und zu Hause. Doch nicht jeder hat eine 6000er Leitung zur Verfügung. Viele User nutzen noch ein Modem, weil DSL noch gar nicht verfügbar ist oder haben am Land nur 1000 Bit/s. Was jedoch mit einem schnellen DSL gut ausschaut, wird bei langsamen Verbindungen zur Geduldsprobe. Ausgemachte Perdormancekiller sind zu große, schlecht komprimierte Bilder und aufgeblasene Animationen. Letzteres betrifft sowohl Flash als auch Javascript. Dazu kommen noch Werbung und Skripte auf langsamen externen Servern.
Website Analyse
Bevor Sie sich an die Optimierung Ihrer Website machen, müssen Sie die Situation analysieren. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Einfachste ist eines der zahlreichen Ladezeit-Tools im Web zu nutzen um mal einen Anhaltspunkt zu bekommen. Beim 1und1 gibt es eine einfache aber funktionaleWebsite Analyse. Geben Sie einfach Ihre URL ein und lassen Sie sich überraschen. Das Tool gibt dann die Größe Ihrer Website und die theoretische Ladezeit aus. Das Tool listet auch noch die einzelnen Elemente und deren Größe auf.
| Seitengroesse (Gesamt): |
577.034 Bytes |
| Anzahl der berücksichtigten Elemente: |
66 |
| tdeoretische Ladezeit fuer Modem / ISDN (56-64 kbs): |
78,94 s |
| tdeoretische Ladezeit fuer DSL1000 (1024 kbs): |
4,63 s |
| tdeoretische Ladezeit fuer DSL2000 (2048 kbs): |
2,31 s |
| tdeoretische Ladezeit fuer DSL3000 (3064 kbs): |
1,54 s |
| tdeoretische Ladezeit fuer DSL6000 (6128 kbs): |
0,77 s |
| Gesamtwertung (im Schulnotensystem): |
6,0 (ungenügend) |
Wenn Ihre Website um die 100 KByte hat ist sie für den User schnell geladen. Bei 200 KByte fängt langsam die Schmerzgrenze an. Bei 300 KByte und mehr müssen Sie sich ernsthafte Gedanken machen. Denn die Ladezeiten sind für eine optimale Verbindung berechnet – in der Praxis geht das nochmals langsamer.
Webmaster-Tools
Eine weitere Software sind die Webmaster-Tools von Google. Diese können Sie nutzen, wenn Sie einen Google-Account haben und Ihre Seite angemeldet haben. Ein Bestandteil der Webmaster-Tools ist die website-Analyse. Diese finden Sie indem Sie bei Webmaster-Tools auf die entsprechende Domain klicken. Die Analyse finden Sie links in der Navigation unter Google Labs – Website Leistung. Die Ladezeit sollte idealerweise bei maximal 1-3 Sekunden liegen. Die Webmaster Tools schlagen Ihnen auch gleich ein paar Verbesserungen vor. (siehe unten)
IsMyBlogWorking
Das ist eine kleine Abfragemaske, die aber gleich mehrere Aufgaben erfüllt. Neben der Messung Ihrer Geschwindigkeit, gibt die Seite noch Auskünfte über die Zugriffszeiten und zeigt Ihnen an, ob Ihre Seite komprimiert ist (!) und welche WordPress-Version Sie haben. Zur Abfrage
Page Speed
Eine etwas komplexere Sache ist das von Google empfohlene Page Speed. Diese Analyse ist sehr vielschichtig. Sie müssen hierzu insgesamt zwei Firefox Addons installieren. Wie man das Tool einsetzt lesen Sie in einem separaten Artikel. Zum Artikel: Page Speed
Website speichern
eine Website besteht nicht nur aus den Dateien, die Sie hochladen, sondern auch aus eingebetteten Inhalten. Speichern Sie ganz einfach Ihre Website mit einem Browser in ein Verzeichnis auf Ihrem PC. Dann können Sie die einzelnen Bestandteile wie Bilder, Styles und Scripte analysieren.
Website Leistung steigern
Die meisten Probleme lassen sich recht schnell beheben. Finden Sie zunächst mal die größten Speicherfresser heraus und eliminieren Sie diese.
- Applets entfernen oder ersetzen
Das sind zum Beispiel Appletes und Widgets aus Communities wie Facebook oder MyBlog. Wenn diese allein 100 KByte haben sollten Sie eventuell einen Screenshot machen und die Community direkt verklinken.
- Kompression einschalten
Wenn Sie einen einigermaßen schnellen Webserver haben sollten Sie die Daten komprimieren. Hierfür gibt es GZip. Der übertragenen Daten werden dadurch teilweise um 50-70% sind kleiner und damit schneller geladen. Der Browser dekomprimiert sie wieder eigenständig. Artikel: Gzip beim (Root-)Server – Gzip-Komprimierung
- Bilder optimieren
Immer wieder werden Bilder, aber auch Design-Elemente zu groß abgespeichert. Der Rat lautet – Komprimieren nicht skalieren! Wichtig ist auch das richtige Format. weiter…
- Externe Dienste minimieren
Oftmals liegen Counter oder Skripte auf langsamen Servern – das bremst Ihre Website aus. Außerdem kostet jeder Aufruf eines fremden Servers etwas Zeit. Entfernen Sie Unnötiges und vermeiden Sie das Einbinden von externen Bildern
- Quellcode & Design optimieren
Der Quellcode einer Website ist oft zu überfrachtet; hier ist Potential für Einsparungen. Auch die Styles sind oft unverhältnismäßig groß. Die Inhalte mehrere Styles-Dateien können Sie in eine einzelne Datei kopieren -> weniger Dateizugriffe. Auch die Bilder des Website-Layouts können Sie optimieren. Neben dem Komprimieren können Sie auch die Größe von Hintergründen reduzieren. So wird aus einem 1000×100 Pixel große Bild ein 1000×1 Pixel Bild.
Serverlast reduzieren
Wenn Ihr Server selbst etwas langsam ist sollten Sie versuchen die Seite etwas abzuspecken. Weniger Plugins, Cachen von Inhalten (Zum Artikel Browser Caching) und Datenbankabfragen sind hier ein erster Schritt. Das ist jedoch ein anderes Thema;-)
Fazit:
Ein Besucher wartet nur eine Sekunde auf Ihre Website – dann ist er weg. Wenn es Ihnen gelingt die Ladezeit der Website zu minimieren bekommen Sie automatisch mehr Besucher. Allein durch Komprimierung einiger weniger Bilder und dem Einsatz der Websitekomprimierung von konnte die Ladezeit des Tipps-Archiv um 20% von 260 auf 200 KByte gesenkt werden. In Zukunft werden auch die Suchmaschinen die Ladezeit einer Website stärker in die Suchergebnisse einfließen lassen. Darüber berichten Golem und Selbständig im Netz.
Schlagwörter: Geschwindigkeit, Komprimierung, Webmaster, Website-Analyse, Wordpress
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