Hartes Urteil für illegale Musik Downloads

Das US-Bundesgericht in Boston hat eine harte Strafe gegen einen 25-jährigen Studenten verhängt. Joel Tenenbaum benutzte Kazaa für illegale Musik Downloads. Nun ist das Urteil gefällt: Strafe 675.000 US-Dollar – das ist ungefähr eine halbe Million Euro!

Die Tat
Was hatte der junge Mann verbrochen, dass er eine so hohe Strafe verdient? Joel hat auf der Peer-to-Peer-Plattform insgesamt 30 Lieder heruntergeladen. Das hat er auch gleich am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Weiterhin hat er zugegeben, dass er wusste wie diese Tauschbörse funktionierte, und dass er die Lieder damit auch anderen Nutzern der Tauschbörse zur Verfügung stellt. Damit hat er die Lieder nicht nur unrechtmäßig heruntergeladen, sondern hat die Musik auch unerlaubter Weise weiter veröffentlicht.

UrteilStrafbemessung
Es ist zwar nicht bekannt wie viele User sich nun die Musik von Joels Rechner heruntergeladen haben, aber darauf kommt es auch nicht an. Wichtig ist der Vorsatz und die Kenntnis von den weiteren Verbreitungen der Lieder. Somit erhöht die Maximalforderung von 30.000 auf 150.000 Dollar zu der Joel Tenenbaum verurteilt hätte werden können. Und das für jeden einzelnen Musiktitel. 30 Lieder zu je 150.000 Dollar macht zusammen 4,5 Millionen Dollar. Das Gericht hat den Schadensersatz nun auf nur 675.000 Dollar festgesetzt. Damit blieb es deutlich unter den Höchstsummen – das sind nur 15 Prozent.

Fazit
675.000 Dollar ist eine Menge Geld, und es ist unwahrscheinlich, dass der 25-jährige diesen Betrag so schnell aus eigener Kraft zahlen können wird. Wahrscheinlicher ist, dass er diesen Betrag nie aufbringen wird. Was bringt das Urteil? Gerechtigkeit für Songschreiber und Musiker? Ja, auch, aber das Urteil soll in erster Linie abschrecken. Und dass ist der eigentliche Schadensersatz. Denn wer riskiert eine halbe Million Strafe, wenn er die Songs für 30 Euro oder weniger legal downloaden kann? Andererseits schrecken hohe Strafen nicht ab – Beispiel Todesstrafe. Und erst vor kurzem ist eine amerikanische Hausfrau wegen ähnlicher Vergehen zu fast 2 Millionen Schadensersatz verurteilt worden. Gut für die Anwälte, denn die Anwaltsgebühren sind ja vom Streitwert abhängig;-)

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