Anonyme Anrufe – was tun?

Manche Menschen flüchten sich in die Anonymität, um andere zu quälen. Relativ weit verbreitet sind anonyme Anrufe. Man geht ans Telefon, sieht „Nummer unterdrückt“ oder „unbekannte Nummer“ am Display, hebt ab und bekommt nichts zu hören. Diese Anrufe können sehr belastend sein, vor allem wenn sie häufig auftreten und man eine Absicht dahinter vermutet.

Häufige Anrufe ohne dass sich jemand meldet, können das Leben negativ beeinträchtigen. Der Telefonterror kann tagsüber oder auch nachts erfolgen. Die Opfer fühlen sich verfolgt und nicht mehr sicher. Man fragt sich welche persönlichen Details außer der Telefonnummer der Anrufer sonst noch kennt.

Warum kommt es zu anonymen Anrufen?

Betroffene fragen sich häufig, was der Anrufer eigentlich bezwecken will. Diese Frage ist nicht mit Sicherheit zu beantworten, so lange man die Identität des Täters nicht kennt. Manchmal handelt es sich um einen sogenannten „Lausbubenstreich“ – Kinder finden es lustig, eine fremde Nummer zu wählen und auf die Reaktion zu warten. Manchmal gilt es auch als Mutprobe, bei jemanden anzurufen, den man gar nicht kennt. Diese Hintergründe sind relativ harmlos, es gibt aber auch Fälle wo sich Menschen einen Spaß daraus machen, andere in Angst und Schrecken zu versetzen. Manchmal kennt man den Anrufer gar nicht, es wird zufällig eine Nummer gewählt und wenn man die gewünschte Reaktion zeigt, wird diese Nummer immer wieder angerufen. Aus diesem Grund sollte man sich von anonymen Anrufen nicht provozieren lassen. Es wird ja auf eine Reaktion gewartet, die dem Täter in irgendeiner Art und Weise Befriedigung gibt. Üble Beschimpfungen führen meistens dazu, dass man umso öfter angerufen wird. Besser ist es, gar keine Reaktion zu zeigen und sofort aufzulegen, wenn sich der Anrufer nicht zu erkennen gibt. Kommt es immer wieder zu anonymen Anrufen und vermutet man dieselbe Person dahinter, kann man auch mit einer Nachverfolgung drohen. Bei check-caller.com kann man die Nummer eruieren lassen. Selbst wenn man noch keine Rückverfolgung in Auftrag gegeben hat, kann man den Anrufer möglicherweise allein mit der Androhung abschrecken. Ein Tipp ist auch, dem Anrufer zu sagen dass seine Identität bekannt ist und man bereits die Polizei verständigt hat. Mit anonymen Anrufen macht man sich tatsächlich strafbar. In Deutschland fällt Telefonterror – selbst wenn der Anrufer kein Wort spricht – unter „Nachstellung“.

Wie kann man sich gegen anonyme Anrufe schützen?

Wer häufig anonym angerufen wird und die Identität des Täters feststellen lassen möchte, sollte sich an den Netzbetreiber wenden. Allerdings muss man in der Regel angeben, warum man eine Nachverfolgung wünscht. Selbst wenn man selbst das Opfer ist, muss man bei den meisten Netzbetreibern für diesen Service bezahlen. Oft fällt eine Gebühr für die Einrichtung der Fangschaltung an, danach wird in bestimmten Intervallen wie zum Beispiel alle 14 Tage ein Serviceentgelt für den Dienst eingehoben. Bevor man sich für eine kostspielige Fangschaltung entscheidet, sollte man jedoch andere Maßnahmen ausprobieren. So könnte man den Täter zum Beispiel mit einem lauten Geräusch wie zum Beispiel einer Trillerpfeife erschrecken. Diese Maßnahme kann jedoch gefährlich werden, wenn wider Erwarten doch eine andere Person am Telefon ist als der anonyme Anrufer. Eine laute Trillerpfeife kann beim Gegenüber nämlich einen Hörschaden verursachen. Von diesem Vorgehen ist also abzuraten, da dies auch eine Anzeige wegen Körperverletzung nach sich ziehen kann.

Ein weiterer Tipp ist, unterdrückte Nummern sofort zur Mobilbox oder zum Anrufbeantworter weiterzuleiten. Kommt der anonyme Anrufer mehrmals auf die Mailbox, wird das Anrufen möglicherweise bald langweilig und der Täter sucht sich ein anderes Opfer. Man kann auch generell bei unbekannten Anrufern einfach nicht mehr abheben. Natürlich ist man dann auch für andere Personen, die ihre Nummer nicht mitschicken, nicht erreichbar. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Bekannten oder ein Familienmitglied zu bitten, beim nächsten Anruf von unbekannt abzuheben. Oft sind Täter völlig irritiert, plötzlich eine andere Stimme zu hören. Hat man bereits alles ausprobiert und die anonymen Anrufe hören nicht auf, bleibt als letzte Konsequent nur mehr, die Rufnummer zu ändern. Erwägt man diese Option, sollte man darauf achten, dass man die neue Nummer nur bekannten Personen weitergibt. Außerdem sollte man auf einen Eintrag im Telefonbuch und in online Rufnummernauskünften verzichten.

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